Nero

Steckbrief

🎂   Geburtstag

ca. Januar 2012

📏   Schulterhöhe

ca. 55 cm

👫   Geschlecht

Rüde

🍼   Kastriert

ja

📍   Standort

Rumänien

⏳   Im Shelter seit

2018

🤍   Charakter

unsicher, lässt sich nicht anfassen, bestechlich

⭐   Besonderheiten

mittlerweile erblindet

Ich heiße Nero.
Und ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie Licht aussieht.

Seit 2018 lebe ich im Shelter. Jahr für Jahr ist vergangen, während ich hinter Gittern älter geworden bin. Andere Hunde kamen und gingen. Manche wurden gesehen. Manche durften fahren. Und ich blieb zurück.

Vielleicht habe ich nie richtig verstanden, warum mein Leben plötzlich nur noch aus diesem Ort bestehen sollte. Aus Lärm, Enge, fremden Hunden und viel zu wenigen Momenten, in denen sich jemand Zeit nimmt. Ich habe mich hier nie wirklich eingelebt. Vielleicht wollte ich das auch gar nicht. Vielleicht wollte ein Teil von mir einfach immer nur weg.

Und dann wurde es langsam dunkel. Erst verschwammen die Dinge nur ein wenig. Dann immer mehr. Bis irgendwann nichts mehr übrig blieb. Heute lebe ich in völliger Blindheit. Für viele Hunde wäre das schon in einem liebevollen Zuhause schwer. Aber hier im Shelter bedeutet es vor allem Unsicherheit. Stimmen, die plötzlich auftauchen. Hunde, die an mir vorbeidrängen. Türen, Lärm, Hektik. Und mittendrin ich, der sich nur noch tastend durch seine kleine Welt bewegt.

Ich weiß, dass ich kein einfacher Hund bin. Vielleicht war ich das nie. Es gab Zeiten, da habe ich Menschen misstraut. Besonders Männer machten mir Angst und manchmal wusste ich mir nicht anders zu helfen, als das auch deutlich zu zeigen. Wer weiß schon, was ein Hund erlebt haben muss, um so zu werden. Vielleicht wollte ich einfach nur verhindern, noch einmal verletzt zu werden.

Und trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich Nähe zugelassen habe. Momente, in denen ich vorsichtig verstanden habe, dass nicht alle Menschen mir etwas Böses wollen. Mit meiner Pflegerin verstehe ich mich zum Beispiel ganz gut. Vielleicht bin ich im Alter ruhiger geworden. Vielleicht müde. Vielleicht wünsche ich mir inzwischen einfach mehr Frieden als Kampf.

Die Wahrheit ist: Meine Chancen stehen schlecht. Ein blinder Senior. Ein Hund mit Vergangenheit. Einer, der nicht geschniegelt freundlich auf Interessenten zuläuft und keine perfekte Geschichte mitbringt. Aber vielleicht gibt es irgendwo da draußen genau diesen einen Menschen. Einen Menschen, der keine Angst davor hat, einem alten Hund zuzuhören, auch wenn er nichts mehr sehen kann. Jemanden mit Geduld, Erfahrung und einem großen Herzen für die Vergessenen.

Ich brauche keine langen Wanderungen mehr. Kein großes Abenteuer. Vielleicht nur noch ein bisschen Gras unter meinen Pfoten. Eine ruhige Stimme. Ein sicheres Plätzchen. Und das Gefühl, nicht allein sterben zu müssen. Vielleicht wäre das für einen Hund wie mich schon das größte Glück der Welt.

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Weitere Bilder & Videos

von Nero

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Bis dahin wünschen wir viel Freude beim Stöbern durch die Fotos unserer Schützlinge.