Steckbrief

🎂   Geboren

ca. Juli 2011

🌈   Verstorben

Juni 2026

📏   Schulterhöhe

ca. 50 cm

👫   Geschlecht

Rüde

🍼   Kastriert

nein

📍   Standort

Rumänien

⏳   Im Shelter seit

2017

🤍   Charakter

freundlich, hält zu Fremden Abstand, sehr ruhig

⭐   Besonderheiten

seit Autounfall wackeliger Gang und inkontinent

🌈 Mach's gut, lieber Neville. 🩶
Es gibt Hunde, die über viele Jahre einfach zum Shelter gehören. Hunde, die man immer mit diesem Ort verbindet. Neville war so einer.
Als langjähriger Bewohner unseres Shelters wurde Neville mit den Jahren unser lieber alter Opi. Er war ein ruhiger, bescheidener Hund, der nie viel verlangt hat und sich über die kleinen Dinge gefreut hat: einen Platz im Freilauf, die Sonne auf seinem Fell und die Nähe der anderen Hunde.
Nun mussten wir ganz unerwartet Abschied von ihm nehmen. Neville wurde am Morgen leblos im Shelter aufgefunden. Äußerlich gab es keine Anzeichen dafür, was passiert sein könnte. Im Moment herrschen auch in Rumänien sehr hohe Temperaturen, die gerade für ältere Hunde sehr belastend sein können. Ob dies eine Rolle gespielt hat oder es einen anderen Grund gab, wissen wir nicht. Sein Tod kam für uns überraschend und macht uns sehr traurig.
Lieber Neville, wir hätten dir von Herzen gewünscht, dass du eines Tages doch noch erleben darfst, wie es sich anfühlt, ein eigenes Zuhause zu haben.
Dieser Wunsch blieb leider unerfüllt. Aber eines möchten wir dir noch sagen: Du warst nicht vergessen. Du wurdest gesehen, umsorgt und geliebt. 💚 Und genau so werden wir dich in Erinnerung behalten.
Run free, lieber Neville. 🌈🐾

Vielen Dank Uwe K. und Barbara P. für die Patenschaft bis zum letzten Tag.

Dank dieser Unterstützung durfte Neville liebevoll umsorgt und in Sicherheit leben.

Unter diesen Zeilen beginnt Nevilles ursprüngliches Vermittlungsprofil.
Es ist der Text, mit dem wir für ihn ein Zuhause gesucht haben. Ein Zuhause, das er sich so sehr verdient hätte.
Heute lesen sich seine Worte anders als damals. Sie erinnern uns daran, wie viel er erlebt hat, wie tapfer er seinen Weg gegangen ist und wie sehr wir ihm gewünscht hätten, dass seine Geschichte ein anderes Ende nimmt.
Wir lassen sie genau so stehen. Als Erinnerung an Neville und an den Hund, den wir niemals vergessen werden.

____________

Ich heiße Neville.
Und vielleicht sieht man mir an, dass das Leben nicht besonders vorsichtig mit mir umgegangen ist.

Geboren wurde ich ungefähr 2011. Viele Jahre habe ich auf der Straße gelebt, so wie unzählige andere Hunde in Rumänien auch. Jeden Tag ging es nur darum, irgendwie durchzukommen. Futter zu finden. Einen sicheren Platz für die Nacht. Den nächsten Winter zu überleben.

Die Menschen vom Shelter kannten mich damals schon. Sie haben mich immer wieder gesehen und versucht, mein Vertrauen zu gewinnen. Aber ich war vorsichtig. Wahrscheinlich zu lange.

Dann kam der Tag, an dem mich ein Auto erwischte. Ich blieb einfach liegen. Niemand hielt an. Niemand half mir. Vielleicht dachten alle, ein Straßenhund weniger würde ohnehin niemanden interessieren. Aber die Sheltermitarbeiter kamen. Sie brachten mich in Sicherheit und retteten mir vermutlich das Leben.

Im Shelter lag ich lange einfach nur da. Ich wollte mich nicht bewegen. Nicht fressen. Nicht kämpfen. Meine Hinterbeine gehorchten mir nicht mehr und vielleicht war damals nicht nur mein Körper gebrochen. Irgendwann begann ich trotzdem wieder aufzustehen. Ganz langsam. Schritt für Schritt. Heute kann ich wieder laufen, auch wenn meine Beine manchmal etwas wackelig sind. Der Unfall hat Spuren hinterlassen und ich bin seitdem inkontinent. Vermutlich wurde damals ein Nerv beschädigt. Mein Körper funktioniert nicht mehr so wie früher. Aber ich bin noch da.

Ich bin ein ruhiger Hund geworden. Einer, der nicht mehr viel verlangt. Oft liege ich einfach da und beobachte still die Welt um mich herum. Vielleicht wirkt es manchmal, als hätte ich mich mit meinem Schicksal abgefunden. Und vielleicht stimmt das sogar ein bisschen.

Seit ich im Freilauf leben darf statt im Zwinger, geht es mir besser. Die Luft, die Sonne und die anderen Hunde tun mir gut. Ich bewege mich langsam zwischen ihnen, unauffällig und friedlich. Ich brauche keinen Streit. Kein Drama. Nur Ruhe.

Von meiner Pflegerin lasse ich mich inzwischen anfassen. Bei fremden Menschen bleibe ich lieber vorsichtig, aber ich habe keine große Angst mehr. Dafür bin ich wahrscheinlich einfach zu müde geworden.

Die Wahrheit ist: Wahrscheinlich sucht niemand nach einem alten, inkontinenten Hund wie mir. Nach einem Hund, der keine lustigen Tricks kann, keine langen Wanderungen mehr machen wird und dessen schönste Beschäftigung vielleicht einfach nur darin besteht, irgendwo weich zu liegen und endlich in Frieden schlafen zu dürfen. Und trotzdem wünsche ich mir manchmal, dass es ihn gibt. Diesen einen besonderen Menschen. Jemanden, der keinen perfekten Hund sucht, sondern einer müden Seele noch ein kleines bisschen Würde, Wärme und Geborgenheit schenken möchte. Vielleicht ist es naiv, in meinem Alter noch davon zu träumen. Aber aufgegeben habe ich wohl trotzdem nie ganz.

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von Neville